Baustein 1: Spiel in der Gruppe, musikalische Kreation

Zusammenfassung

Musikalisches Spiel in der Gruppe inspiriert, regt zu Neugier und Erfindung an, motiviert die Gruppe, und bringt nach und nach den Einsatz aller Teilnehmer in einer gemeinschatlichen Komposition zusammen.

Inhalt:

  • Gruppenspiel zur Förderung von Kreativität
  • Modelle in Kurzformen zur Präsentation für kleine Gruppen
  • SuS anleiten, ihre eigenen Formen in kleinen Gruppen zu gestalten
  • Integration verschiedener musikalischer Parameter (Geschwindigkeit, Tempo, Nuancen, Crescendo, Decrescendo, Stille, Ostinato, Höhepunkte, etc.)
  • Noten für das Auswendiglernen und für das Folgen des Verlaufs von erfundenen musikalischen Formen

Teil 1: Stimmspiele: Transformationen
Teil 2:  Stimmerfindung auf der Basis eines Haïkus
Teil 3: Klangbewegung
Teil 4:  Die Klasse überlegt sich einen Klang und komponiert dann eine Sequenz auf der Grundlage einer erfunden Geschichte, die von den Klängen inspiriert ist

Dauer: 5 bis 20 Min

Alter: ab 6 Jahren

Schlüsselwörter Kreativität und Entrepreneurship: Enthusiasmus, Transformation auf die Produktion, Entwicklung von Ideen und Lösungen, Imagination, Interaktion mit der Umwelt, Arbeiten in Teams



Beschreibung

Teil 1 Stimmspiele: Transformationen

Dauer: zwischen 5 und 10 Min
Alter: ab 6 Jahren

Spiel von der Arbeit des Komponisten Guy Reibel inspiriert: Musikspiel: Essay über musikalische Erfindung. Band 1: Jeux vocaux (Éditions Salabert, Paris, 1984).

Beschreibung: Machen Sie einen bestimmten Klang nach, als Gruppe im Kreis.
Stellen Sie sich vor, wählen und produzieren Sie mit der Stimme Klang (A) so charakteristisch wie möglich (keine Scheu vor übertriebener Darstellung seiner Intention, der Verwendung von Lautmalerei, den Geräusche der Natur, Umwelt, Maschinen usw.)

PGeben Sie diesen Klang (A) an einen Nachbarn weiter, der ihn zunächst identisch wiedergeben soll, bevor er ihn in Klang (B) umwandelt. Dann wird dieser Klang an dessen Nachbarn (B) weitergegeben, usw.

Kompetenzen
Die SuS können:

  • mit der Stimme erfinden, eine Intention mit Klang und Geste verknüpfen.

Hinweis:

  • Beginnen Sie zunächst mit einer kurzen Sequenz stimmlicher Warm-ups, starten Sie nicht „kalt“.
  • Um den Klang zu variieren, verknüpfen Sie die Geste mit dem Klang und der Umwandlung des Klangs: strecken, kneten, zerdrücken, verfeinern, ersticken; usw.

  • Inspiration:
    Cathy Berberian Stripsody
    John Cage Aria  



Teil 2 Stimmerfindung von einem Haïku

Dauer: zwischen 10 und 20 Min
Alter: ab 6 Jahren

In den alten Teich
springt ein Frosch
Und Platsch! Ins Wasser.
Matsuo Basho (1644-1695)

Beschreibung:  Gestalten Sie eine Sequenz, teils angeleitet, teils frei, zum Text des Haiku.

Teilen Sie die Klasse in drei Gruppen:

  • Die erste Gruppe singt so langsam wie möglich „In den alten Teich“ (in ihrem eigenen Tempo und jeder wählt die Tonhöhe seiner Stimme)
  • Die zweite Gruppe singt / sagt so schnell wie möglich immer wieder „Ein Frosch springt“ (plötzlich, als überraschender Einwurf, wie ein Sprung).
  • Die dritte Gruppe singt Töne auf den Punkt genau: verschiedene Versionen von „Platsch!“. Nur diese Gruppe wird von einem Leiter geführt.

Variationen: Experimentieren Sie mit verschiedenen Start- und End-Möglichkeiten, mit der Interaktion zwischen den Gruppen und den verschiedenen möglichen räumlichen Konstellationen.

Vorschlag: Die Klänge aufnehmen, anhören und eine grafische Repräsentation des Gehörten anfertigen.

Kompetenzen

Die SuS können:

  • den Text eines Haiku verinnerlichen, um aus mehreren Elementen des Haikus Musik zu erfinden;
  • es mit Klängen und Musikereignissen erweitern, die man „nicht sieht“, die man errät, die man sich vorstellt und die in der Situation, am Bild teilnehmen;
  • die Klangfarbe, die Glissandi, die Artikulation der Klangmaterialien, die Atmung variieren.

Inspiration:  Studien von vertonten Haïkus


Vache Meuh Meuh von Victor Flusser, mit freundlicher Genehmigung von Éditions Mômeludies

Haïfu von Emmanuel Babbi
Ouverture de la Nef des fous nach dem Vorbild eines Haiku in Musik umgesetzt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erster Improvisationsversuch von den SuS auf ein selbst geschriebenes Haiku

Vorbereitung: siehe Impulse: Stimme, Körper, „Klangkörper“, Instrumente

Teil 3 Klangbewegung

Dauer: zwischen 5 und 10 Min
Alter: ab 8 Jahren

Inhalt: Musikalische Erfindung, von einem Tänzer angeleitet

Voraussetzungen: die Gruppe ist bereits mit den Instrumenten / Klangkörpern, die für diese Sequenz verwendet werden, vertraut.

Experimentier- und Auswahlschritte haben bereits stattgefunden (jeder Teilnehmer beherrscht eine Anzahl verschiedener Klänge).

Beschreibung: der Leiter / Tänzer ist in der Mitte des Kreises.

 

Durch seine Bewegungen (seinen Tanz) werden verschiedene Empfindungen angedeutet. Synchronizität ist dabei essentiell: eine Geste = ein Klang, keine Geste = Stille

Diejenigen, die im Kreis um den Tänzer sitzen, sehenihn nicht alle auf die gleiche Weise. Nur diejenigen, die eine Geste, einen Blick erkennen, spielen. Dies ermöglicht es dem Tänzer / Leiter, die Anzahl der Musiker zu überblicken, es ist eine Möglichkeit, zu orchestrieren und Entscheidungen zu treffen.

Die Musiker „spielen“ nur die Bewegungen, die sie sehen..

Ähnlich sind auch die Augen des Tänzers / Leiters nicht für jeden sichtbar: diese Einschränkung ermöglicht es ihm, verschiedene Spielgruppen zu bilden.

Die Erfahrung sollte eine neue Verknüfung zwischen Geste und Ton ermöglichen, sie soll nicht im Voraus festgelegt sein.  Es ist eine Frage der ständigen Interpretation, in jedem Moment, als Musiker in einer kreativen Haltung wie der Tänzer zu sein.

Kompetenzen
Die SuS können:

  • einen Moment der gemeinschaftlichen musikalischen Erfindung erreichen, auf der Basis der Andeutungen eines „Leiters / Tänzers“;
  • den Text eines Haiku verinnerlichen, um aus mehreren Elementen des Haikus Musik zu erfinden;
  • es mit Klängen und Musikereignissen erweitern, die man „nicht sieht“, die man errät, die man sich vorstellt und die in der Situation, am Bild teilnehmen;

Andere Experimente
Les jeux vocaux Guy Reibel 
Dessine-moi la musique von Guy Reibel, DVD Präsentation: Das Singerlebnis zum Leben bringen durch Zeichnen, Gestik, die Umrisse, die die Musik nach und nach entwickelt, aufzeichnen, sodass schrittweise die Idee bestätigt wird.

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Teil 4 Die Klasse produziert einen Klang und komponiert dann eine Sequenz, indem sie eine Geschichte erfindet, die von den Klängen inspiriert ist

Dauer:  etwa 15 Min
Alter: ab 7 Jahren

Beschreibung:

Jeder SuS bekommt einen Trommelschlägel

  • Jeder überlegt sich, wie er seinen Schlägel für einen Klang verwendet, der interessant klingt, z.B. durch Schlagen, Reiben oder eine andere Möglichkeit, ein Element im Klassenzimmer zu spielen (Tische, Schränke, Fußböden, Kartons, Bücher, Türen, Bänke usw.).
  • Die gefunden Klänge werden in der Gruppe präsentiert, kommentiert, in eine Fantasiegeschichte eingebaut.
  • Einige Klänge,  die nicht von den Kindern gewählt wurden, werden isoliert und passend zur Fantasiegeschichte wie in einer Filmmusik arrangiert

Beispiel:

geriebene Klänge in Schubladenboden: das Auto startet nicht.
Klänge produziert durch Schlagen auf Metallrahmen: das Auto ist stehen geblieben,
Klänge erzeugt durch das Schlagen auf PVC: Vögel picken Reifen,
Klänge durch das Schlagen auf Metall: Vögel picken den Körper
Schlägel laufen entlang der Holzlatten eines Betts: es regnet wieder.
Was für einen Tag !!!

Kompetenzen

Die SuS können:

    • Mit der Stimme erfinden, eine Intention mit einem Klang und Gestik verknüpfen;
    • den Text eines Haiku verinnerlichen, um aus mehreren Elementen des Haikus Musik zu erfinden;
    • einen Moment der gemeinschaftlichen musikalischen Erfindung erreichen, auf der Basis der Andeutungen eines „Leiters / Tänzers“.

Materialien

Entsprechend den Vorschlägen: kein Equipment, Klangkörper, Schlägel benötigt