Baustein 2: Ein Musikstück schaffen

Zusammenfassung

Interpretation = Kreation. Auf dem Weg zur Notation.

Interpretation ist die Schaffung / Neuschaffung der eigenen Geschichte des Interpretierenden durch ein Stück, das von jemand anders komponiert wurde. Die Interpretation grafischer Partituren für Kinder kann die Tür für die Kreation und Komposition eines zeitgenössischen Stückes öffnen.

Dauer: 4 x 30 Min

Alter: ab 6 Jahren

Schlüsselwörter Kreativität und Entrepreneurship: Imagination, Transformation auf die Organisation, Fehlertoleranz, Arbeiten in Teams, Entwicklung von Ideen und Lösungen

Schritt 1 Interpretativer Weg (einer grafischen Partitur)
“Wer erzählt was? Warum und wie? ” 

  1. Analysiere die Komposition = finde heraus, was das Stück erzählen will
  2. Schreibe deine eigene Version einer Geschichte = Anfänge der Kreation
  3. Entscheide dich für eine Interpretation = wie lässt sich die Geschichte in Musik übertragen
  4. Üben, wiederholen = zuhörem
  5. Präsentation = anderen erzählen

Schritt 2 Vorbereitung für die grafische Notation

  1. Zeichne den Laut, den du mit deinem Mund machst, mit einer Handgeste in die Luft
  2. Zeichne, schreibe

Beschreibung

Schritt 1 Interpretativer Weg (einer grafischen Partitur): Wer erzählt was? Warum und wie?

1. Analysiere die Komposition = finde heraus, was das Stück erzählen will
Recherche und Analyse des Stücks, das die Kinder interpretieren werden.

Es ist nicht nur eine Frage der Arbeit an der Partitur, sondern es geht auch darum, den Kontext zu verstehen, der das Stück umgibt, sowie den Komponisten. Das Verständnis des „wer“ ist wichtig für das Verständnis seiner Sprache – Informationen über das Leben des betreffenden Komponisten (z. B. seine Kultur, an welchem ​​Punkt in seinem Leben das Stück komponiert wurde, warum und für wen es geschrieben wurde. Welche politische oder religiöse Einflüsse gab es? Welche anderen künstlerischen Einflüsse spielen eine Rolle?).

Es ist interessant, mit Kindern in einer Art und Weise zu arbeiten, die es der Lehrkraft ermöglicht, die verschiedene Unterrichtsthemen der Klasse in einem Projekt zusammenzubringen. Diese Experimente helfen Kindern dabei, ihre eigenen Sprachen zu entwickeln, um ihre Persönlichkeit, ihre Wünsche, Gefühle….. usw. in  künftigen Kompositionen auszudrücken.

„Warum“: Gründe und die Absichten des Komponisten sind wichtig für die Kreation.

Wenn die Kinder mit den Ideen des Komponisten und seiner Sprache vertraut sind, kann mit der Analyse des Stücks auf der Basis der Partitur begonnen werden.

„Was“: Was möchte der Komponist ausdrücken? Der Titel des Stücks kann oft als Ausgangspunkt dienen.

„Wie“: Technische Beobachtungen und Analyse der Partitur.
Hierbei geht es um die Katalogisierung der verschiedenen Signale in der Partitur und darum, Entsprechungen zu finden u.a. im Tempo, Länge der Noten, Dynamik, die Höhen, die Artikulation, die Farben … diese Beobachtung bzw. Analyse gibt den Kindern Ideen, wie sie selbst später grafische Partituren für ihre Kompositionen schreiben.

2. Schreibe deine eigene Version einer Geschichte = Anfänge der Kreation

Children can create stories to tell from the piece they have studied.

  • Kinder können Geschichten erfinden, um von dem Stück zu erzählen, das sie untersucht haben.
    • Beginne mit einem Gesamtbild des Stücks, stets unter Berücksichtigung der Geschichte des Komponisten: „Was ich sage …». Dies kann die Form eines Gedichtes annehmen.
    • Dann legen wir Details zu konkreten Momenten im Stück fest, immer zusammen mit der Partitur. Notiere Schlüsselwörter in der Partitur, wenn nötig.

Ideen können auch mit Hilfe von Farben, Worten, mit Adjektiven oder Verben, sowohl mit konkreten als auch abstrakten Begriffen ausgedrückt werden.

3. Entscheide dich für eine Interpretation = wie lässt sich die Geschichte in Musik übertragen?

  • Wenn die grafische Partitur, die die Kinder interpretieren, bereits genaue Angaben zu den Instrumenten sowie den Spielmodi enthält, die verwendet werden sollen, können sie direkt damit anfangen, sich zu überlegen, wie sie spielen oder singen können, um zum Ausdruck zu bringen, was sie in der vorhergehenden Arbeitsphase ausgewählt haben.
  • Wenn Elemente ihrer Interpretation wie z.B. die Wahl der Instrumente und Spielmodi in der Partitur nicht genannt sind, sollten die Kinder zuerst auswählen, welche Instrumente und Spielweisen sie für die verschiedenen Teile ihrer Geschichte verwenden wollen.

4. Üben, wiederholen = zuhören

5. Präsentation = anderen erzählen

Schritt 2 Vorbereitung für die grafische Notation

  1. Zeichne den Laut, den du mit deinem Mund machst, mit einer Handgeste in die Luft

Nimm einen imaginären Bleistift und beginne damit, große und kleine Wellen zu zeichnen. Zwischen dem Meer und dem Himmel gibt es eine kleine Linie, wir werden wie ein Faden singen. Ich setze meinen Bleistift ganz nach oben. Jeder soll die gleiche Linie auf gleicher Höhe zeichnen. Dann kritzeln wir etwas.

Jeder kann eine Zeichnung vorschlagen.
Ein SuS bietet an, ein Feuerwehrauto zu zeichnen.
Alle zeichnen eine Geste, die die Stimme führt. Und setzen die Sirene drauf! Ein anderer schlägt Sand vor (Hände reiben). Und wir enden mit Gähnen. 

  1. Zeichnen Sie nach dem ersten Singen eine imaginäre Linie mit der Hand und folgen Sie ihr mit einem Ton (egal, welche Tonlage), sodass alles zusammen ein Cluster bildet.
  2. Als Nächstes folgt das Bild. Zeichnen Sie in der Luft mit der Hand kleine Hügel, Wellen und folgen Sie den Wellenbewegungen der Linie mit der Stimme.
  3. Formen Sie große Berge, große Wellen und folgen Sie in der gleichen Weise.
  4. Formen Sie eine Rakete.
  5. Stellen Sie mit Gesten Sterne dar.
  6. Bitten Sie die Kinder, Gesten aus ihrer Fantasie zu erfinden.
  1. Zeichnen, schreiben

Klänge zeichnen

  1. Zeichnen Sie eine der vorherigen Gesten auf eine transparente Folie
  2. Zeigen Sie sie und bitten Sie die Gruppe, nachzuvollziehen, was Sie gezeichnet haben, um sicherzustellen, dass die beabsichtigte Interpretation die Notation ist. Passen Sie, wenn nötig, die Notation an.
  3. Legen Sie mehrere transparente Elemente übereinander, die jeweils auf der Basis dieser Interpretation ausgewählt wurden.
  4. Bilden Sie Gruppen nach Mustern, Stimmrollen.
  5. Wenden Sie es auf einen Klangkörper an.
  6. Verknüpfen Sie eine Grafik mit einem Laut und verschiedenen Möglichkeiten, ihn zu spielen. Geben Sie an, wie (für Stimmen und / oder spezifische Instrumente oder Klangkörper, mit oder ohne bestimmte Spielweise etc.)

 

Teilen Sie die Folien: defnieren Sie, wie gelesen werden soll

  1. Zufällige, offene Form, in der man sich wie in einem Gemälde bewegt
  2. Von links nach rechts lesen, von oben nach unten oder in eine andere Richtung
  3. Codes im Zusammenhang mit musikalischen Parametern definieren (Höhe, Takt, Intensität, Dichte, Dynamik, Gleichzeitigkeit, etc.): Farbe, Dicke der Linien, Dichte, usw..

Zeichnen Sie die Gestalt, die Konstruktion der Komposition

  1. Treffen Sie eine Auswahl an Grafiken, Notationen
  2. Je nach ausgewähltem Lesestil (z.B. von links nach rechts), ordnen Sie die Grafiken / Notationen auf dem Blatt oder dem Tisch, entsprechend der Reihenfolge, der Überlagerung, der Nachfolge, etc. der musikalischen Ereignisse
  3. Jede/r SuS oder SuS-Gruppe übenimmt die Verantwortung für eine Grafik
  4. Führen Sie das Stück aus: der SuS (oder ein SuS aus der Gruppe, die sich die Notation überlegt und erstellt hat) leitet das Spiel, führt den Lesevorgang in der richtigen Zeit, indem er seinen Arm zur Partitur bewegt
  5. Bereichern Sie die dynamische Klangfarbe durch das Spiel verschiedener Modi, Stille, Variationen der Tonhöhe und Tempo etc.

 

Zur Förderung grafischer Inspiration und Imagination:

  1. Füllen Sie imaginäre Sprechblasen (+ vgl. vokale Improvisationen)
  2. Fotos von Vogelschwärmen
  3. Finden Sie weitere inspirierende Designs, Grafiken, Bilder, etc.

 

Exemples bulles 1 Exemples bulles 2 Bulle vierge 1 Bulle vierge 2

  • Fotos von Vogelschwärmen, um z.B. die Grafik, die mit Klangcluster assoziiert wird, zu inspirieren
  • Suchen Sie nach weiteren Mustern, Grafiken, Fotos etc. zur Inspiration

Beispiele von Schülergrafiken

„Haiku des Solarsystems“

Notation in einer organisierten Form mit Spielmodi:

Die grafische Partitur der Stücks „Das Gewitter“, mehrstimmig
(Gruppe 1 oben, Guppe 2 unten)

Partitur des Stücks “Die Wüste ” (das mit der Show des Burkinabe-Lieds „Moriba Yassa“ verknüpft ist, dargestellt durch das G-clef Symbol)

Schülergrafiken und Klangproduktion

Kompetenzen

Die SuS können:

  • ihre eigenen Sprachen schaffen;
  • in ihren Kompositionen ihre Persönlichkeit, ihre Wünsche, Gefühle, Fragen, etc.. ausdrücken.

Literatur

Beispiele grafischer Partituren, Videos von Interpretationen grafischer Stücke,  Grafiken und Filme als Inspiration für die Klangproduktion

  • György LigetiArtikulation (Audio mit Grafikpartitur zum Mitlesen)
  • John CageAria
  • CreamusÉcrire le son
  • Cathy BerberianStripsody
  • Onlinerecherche: Schlüsselbegriff „grafische Partitur”
  • Saul Steinberg:L’Écriture visuelle/Visuelles Schreiben
  • Lautmalereien aus Cartoons und Zeichentrickfilmen
  • Original-Cartoons und Zeichentrickfilme
  • Hinzufügen von Sound zu einem Stummfilm